Holländisches Haus (Kuskovo)
Das niederländische Haus im Kuskowo-Anwesen wurde 1749 nach dem Entwurf des Architekten Yu. I. Kologrivov ist einer der frühesten erhaltenen Unterhaltungspavillons des Sheremetev-Anwesens und ist derzeit Teil des Museums-Anwesens Kuskowo – einem bedeutenden Kulturkomplex, der Beispiele der Landschaftskunst und Architektur des 18. Jahrhunderts bewahrt. Die architektonische Gestaltung des Pavillons bezieht sich auf die Traditionen der niederländischen Architektur des 17.–18. Jahrhunderts: Ein Treppengiebel, eine lakonische volumetrisch-räumliche Komposition und eine charakteristische Anordnung der Fensteröffnungen prägen das Bild eines typischen Bürgerhauses. Gleichzeitig unterstreicht die äußere Nachahmung von Mauerwerk (durch Malerei auf Putz) das für die Gutsarchitektur der damaligen Zeit charakteristische Stilspiel. Die Innenräume des Pavillons, die die ursprüngliche Planungsstruktur bewahrt haben, verkörpern die Ästhetik des „niederländischen Lebens“ des 18. Jahrhunderts. Im Erdgeschoss befinden sich die Eingangshalle und die Küche, die mit mehr als 10.000 Fliesen dekoriert sind: helle Delfter Fliesen mit ländlichen Szenen kontrastieren mit dunklen „Teppich“-Fliesen in der Haupthalle im zweiten Stock (auch aus Rotterdam). Die künstlerische Dekoration wird durch Gemälde niederländischer und englischer Meister, Objekte der dekorativen und angewandten Kunst (Porzellan, Steingut, geschnitzte Möbel) sowie Trompe-l’oeil-Figuren ergänzt und verstärkt den Effekt des Eintauchens in die Atmosphäre der Epoche. Das Holländische Haus diente als Unterhaltungspavillon: Hier wurden Teepartys abgehalten und Gäste empfangen. Die umgebende Landschaft (imitierter Kanal, Blumenbeete mit Tulpen und Hyazinthen, Gemüsegarten) verstärkte den theatralischen Effekt und erzeugte die Illusion einer holländischen Straße. Es ist Teil des Staatlichen Palast- und Parkmuseums-Reservats „Ostankino und Kuskowo“.
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